Zielsetzung und Aufgabe

Wie der Name schon sagt, vertritt ein Sonderverein im Gegensatz zu einem normalen Geflügelzüchterverein die ganz besonderen oder speziellen Interessen einer oder mehrerer Rassen oder sogar nur eines einzigen Farbenschlags.

Schon sehr früh haben sich die Züchter von Nackthalshühnern zu einem solchen Verein zusammengeschlossen, als sie auf Anregung des Geflügelzüchters Kuno Seeck aus Trebnitz in Schlesien anlässlich der 10. Nationalen Geflügelausstellung am 19. Februar 1905 in Dresden den "Nackthalszüchter-Verein" unter dem 1. Vorsitzenden Dr. Paul Buchheim, einem Tierarzt aus Leipzig, gründeten. Dieses Datum gilt als Gründungsdatum unseres heutigen Sondervereins, und in der tat haben die Gründer mit diesem Namen eine große Weitsicht bewiesen, indem sich unter diesem Namen auch heute noch alle Geflügelzüchter, die Nackthälse jedweder Art, ob Hühner, Zwerghühner oder Tauben züchten, vertreten fühlen könnten. Jedoch wie oft, kommen andere Zeiten, kommen andere Namen! So wurde im Jahre 1933 der Nackthalszüchter-Verein aufgrund der Herkunft dieser Rasse in "Sonderverein der Züchter Siebenbürgener Nackthalshühner" umbenannt.

Hauptziel dieser Züchtervereinigung war und ist bis heute die Vereinigung aller Züchter und Gruppen, die sich nach selbst vorgegebenen Richtlinien (Musterbeschreibung oder Standard) mit der Nackthalszucht befassen. Vor allen Dingen haben die jeweiligen Vorstände, unter ihnen besonders die Vorsitzenden, vor und nach Krisenzeiten, die Zuchtidee über alle Widerwärtigkeiten herübergerettet. Ganz besonders erwähnt werden soll der mühsame Aufbau der Nackthalszucht nach dem zweiten Weltkrieg. Aus kleinsten Beständen begann in einem geteilten Deutschland ein Neuaufbau. Zäher Wille und planmäßige Züchterarbeit sicherten aber auch hier baldigen Aufstieg und Erfolg. Trotz der Spaltung Deutschlands blieben dank der starken Persönlichkeit des ersten Vorsitzenden Bernhard Noack sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland die Musterbeschreibungen der Nackthalshühner im wesentlichen gleich. Innerhalb der DDR wurde der Sonderverein im Jahre 1951, diesmal von Staats wegen umbenannt in "Spezial - Zuchtgemeinschaft (SZG) Nackthalszüchter". Während so durch die Person des ersten Vorsitzenden B. Noack, der in Zossen in der DDR seinen Wohnsitz hatte, der 1905 gegründete Verein, wenn auch mit anderem Namen, erhalten blieb, schlossen sich zunächst auch westdeutsche Züchter dieser SZG an, bis das totalitäre System der DDR eine Mitgliedschaft westdeutscher Bürger verbot. Die auf diese Weise gewaltsam von ihrem Verein getrennten westdeutschen Nackthalszüchter schlossen sich etwa ab dem Jahre 1955 dem Sonderverein der Züchter seltener Hühnerrassen an. Erst als allen Züchtern endlich klar war, dass Ost und West für lange Zeit getrennt bleiben würde, besannen sich westdeutsche Züchter, an ihrer Spitze Wilhelm Meier, einen eigenen Sonderverein zu gründen. So kam es am 12. November 1960 anlässlich der 42. Nationalen in Frankfurt am Main zur Wiederbegründung des Sondervereins mit dem ersten Vorsitzenden Wilhelm Meier unter dem offiziellen Namen "Sonderverein der Nackthalszüchter". Erst Anfang der 1970er Jahre, als die Rumänischen Nackthalstümmler die Taubenrassen bereicherten, wurde der westdeutsche Sonderverein in den heutigen Namen "Sonderverein der Züchter der Nackthalshühner, Zwerg-Nackthalshühner und Rumänischen Nackthalstümmler" umbenannt. Ein erneuter Einschnitt gab es nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1989: Die Spezial-Zuchtgemeinschaften der ehemaligen DDR wurden nach und nach aufgelöst, ihre Mitglieder wurden auf Wunsch in die entsprechenden Sondervereine Westdeutschlands aufgenommen.

Laut Satzung ist der Sonderverein verantwortlich für die Durchsetzung der Zuchtrichtlinien im Rahmen der ursprünglichen Zuchtidee. Er fördert die Zucht der Nackthälse im Sinne der Überschrift durch Festsetzung geeigneter Richtlinien in Form eines Standards oder Musterbeschreibung. Er wahrt den sportlichen Idealismus in Züchterkreisen und unterstützt die Mitglieder auf dem Gebiet der Nackthalszucht durch Wort, Schrift und Anschauungsmaterial sowie durch Rundschreiben.

Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, hält der Verein mindestens einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung ab, bei der die wichtigsten Dinge des Vereines abgestimmt werden. Außerdem werden zur Information der Mitglieder z. Zt. jährlich zwei Rundschreiben versandt. Nach außen stellt sich der Verein in Form von Sonderschauen dar, wobei eine davon als Hauptsonderschau deklariert wird, die zur Zeit jeweils anlässlich der Nationalen Rassegeflügelschau abgehalten wird.

Der Sonderverein ist außerdem verantwortlich für die Heranbildung und Zulassung eines befähigten Preisrichternachwuchses durch Unterweisung in der fachlichen Beurteilung der betreuten Rassen. Der Verein hat momentan etwa 100 Mitglieder, davon züchten etwa 50 große Nackthalshühner , 40 Zwerg-Nackthalshühner und 10 Nackthalstauben. Der Sitz des Vereins ist der jeweilige Wohnort des 1. Vorsitzenden, dessen derzeitige Anschrift unter Menupunkt " Vorstand " angegeben ist.