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Unsere heutigen Malaien-Hühner bieten ja auch ein Beispiel von unvollkommener Befiederung, da bei hochrassigen Tieren am Brustbein und an der Innenseite der Schenkel die nackte Haut sichtbar wird und hier ebenfalls Rotfärbung annimmt. Diese Theorie hat vor einiger Zeit durch eigene Nachforschungen große Aktualität erworben, über die ich hier kurz berichten möchte: Durch Zfr. W. Lamkemeyer aus Emsdetten, einem Malaien-Züchter, bin ich mit einem französischen Nackthalshuhn-Züchter, Herrn L. G. Faure, in Verbindung gebracht worden, der lange auf der Insel Madagaskar im Indischen Ozean gelebt hat und dort bereits Nackthalshühner gezüchtet hat. In der französischen Geflügelzeitschrift "La Revue Avicole" wird mit Genehmigung des Herrn Faure über den "Nackthals von Madagaskar" folgendes berichtet: L. G. Faure hat in den Jahren von 1937 bis 1944 bei vielen Hahnenkämpfen assistiert, die von Eingeborenen organisiert wurden. |
Diese Hähne waren größtenteils madagassische Nackthälse. Diese und andere Kampfhühner werden hier nicht systematisch gezüchtet, es sind Rassen, die über die ganze Insel verbreitet sind. In dem Artikel heißt es weiter, dass der madagassische Nackthals hoch zu Fuß ist, mit einem langen Schnabel, einem starken Hals und einem flachen Kamm. Er hat ein klares und stechendes Auge mit einem Adlerblick. Er hat gelbe Läufe mit sehr abstehenden und langen Zehen. Die Hähne werden ausnahmslos als Kampfhähne ausgebildet, was sehr plastisch beschrieben wird. Die Nackthalshennen werden als gute Bruthennen gelobt, die oft bis zu 30 Eiern ausbrüten können, sie sind hervorragende Mütter, die ihre Jungen bis aufs Äußerste verteidigen. Soviel aus dem Artikel der französischen Geflügelzeitschrift, der u. a. auch noch einen recht lebensnahen Einblick in die Gewohnheiten der Inselbewohner bietet. |
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Es soll deshalb an dieser Stelle nicht weiter über die Herkunft dieser Rasse gerätselt werden, es sollen vielmehr noch ein paar Zeilen darauf verwendet werden, ab wann das Nackthalshuhn als Rassehuhn in das Rampenlicht der Geschichte tritt. Hier sind in den 1970er Jahren durch eine Leserzuschrift eines Herrn Z. Kenosay aus Rumänien (Anschrift beim Verfasser) und durch eigene Nachforschungen neuere Erkenntnisse zu Tage getreten: Es kann heute als gesichert angesehen werden, dass auf der ersten Internationalen Geflügelausstellung 1875 in Wien erstmalig auf einer Großschau Nackthalshühner gezeigt wurden. Es handelte sich dabei um 1,1 kuckucksfarbige oder gesprenkelte oder heute würde man sagen gesperberte Tiere. Ausstellerin war Frau Izabella von Szeremley aus Elisabethstadt in Siebenbürgen, heute Rumänien. In diesem Zusammenhang stößt man immer wieder auch in der neueren Literatur auf die irrige Feststellung, dass Frau von Szeremley auch als die Erzüchterin dieser Rasse angesehen wird, zumal nach der Wiener Ausstellung diese Hühner oft auch als Szeremley-Hühner bezeichnet wurden. |
Dem muss widersprochen werden, wenn man der Richtigstellung des Herrn Zoltan von Kenosay aus Sighisoara in Rumänien, veröffentlicht im Deutschen Kleintierzüchter Nr. 16, 1975 Glauben schenkt. Danach stammten diese ausgestellten Tiere von Frau Onderka Luise von Hohenberg aus Weißkirch bei Schässburg, einem Dorf in Siebenbürgen. Nach Zoltan von Kenosay geht eindeutig aus der damaligen zeitgenössischen Literatur hervor, dass Frau von Hohenberg die ausgestellten Tiere erzüchtet hat. Infolgedessen gilt letztere als die erste Nackthalshuhn-Züchterin im Sinne der Rassegeflügelzucht. Wie weiter aus der Literatur zu entnehmen ist, hatte das Nackthalshuhn gerade in dem Landstrich Siebenbürgen, der damals zur österreichisch-ungarischen Monarchie gehörte, eine große Verbreitung gefunden, weshalb das Nackthalshuhn auch lange als "Siebenbürgenhuhn" bezeichnet wurde. |
Dieses Huhn war aber damals nicht nur in Siebenbürgen, sondern auch bereits in Deutschland bestens bekannt und wurde auch hier als Rassehuhn gezüchtet, was eigene Nachforschungen beweisen: Mein Schriftwechsel mit dem Tierarzt Dr. Rischmüller aus Buxtehude beweist, das dessen Großvater Wilhelm Rischmüller (Jahrgang 1830) auf Geflügelschauen beginnend 1869 eine ganze Reihe Ehrenpreise vom Magistrat der Stadt Hannover, vom Herzog von Mecklenburg, vom Herzog von Braunschweig und Lüneburg u. v. a. mehr, immer auf Siebenbürger Nackthälse erhalten hat. (Briefwechsel ist beim Verfasser einzusehen!). Wir sehen also, das auch in Deutschland die Nackthälse eh und je ihre Liebhaber hatten und das wir mit Recht auf eine über 125-jährige Tradition zurückblicken können. |
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Ein freier und mittelhoher Stand ergänzt entscheidend die Eleganz des Tieres. Die festanliegenden Flügel sowie der federreiche Übergang zum leicht angewinkelten Schwanz bestimmen die Körperlinie. Der Schwanz des Hahnes soll voll sein, aber keineswegs dem Abschluss einer Mittelmeerrasse entsprechen. Der Hennenschwanz ist geschlossen und nicht gefächert. Weitere wichtige Merkmale der Rassigkeit werden durch die Beschaffenheit von Kopf, Hals und Kropf bestimmt: Der gewünschte Nackthalskopf ist bezüglich Kamm, Gesicht und Kehllappen dreigeteilt, woraus als erstes resultiert, dass der Kamm und die Kehllappen nicht zu gross sein dürfen. Der Einfachkamm soll mäßig tief geschnitten sein mit einer gut gerundeten Kammfahne. Zugelassen ist auch der Rosenkamm nach dem Vorbild der Dominikaner mit kurzem Dorn, der der Nackenlinie folgt ohne aufzuliegen. Der rundliche Kopf besitzt auf der Schädeldecke eine anliegende nach hinten spitz oder rund zugehende Befiederung. |
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Das Auge wird bei allen Farbenschlägen orangerot gefordert und bereitet mit Ausnahme des schwarzen Farbenschlages keine besonderen Schwierigkeiten. Es ist wohl genetisch bedingt, dass dieses Attribut bei schwarzen Hühnern nicht einfach zu erreichen ist. Der Standard der Nackthalshühner schreibt für den schwarzen Farbenschlag schwarze bis schieferblaue Läufe vor. Nun ist aber in langjährigen Zuchten festzustellen, dass ein gewisser Zusammenhang zwischen der Augenfarbe und der Lauffarbe besteht: Schwarze Tiere mit reinen und orangeroten Augen sind fast alle in der Lauffarbe mehr oder weniger aufgehellt, wogegen Tiere mit schwarzer Lauffarbe fast ausschließlich keine sauberen orangeroten Augen besitzen, vielmehr ist die Iris dementsprechend oft mit bräunlichem Farbpigment besetzt, was Gleichauf in seiner " Züchtungs- und Vererbungslehre" generell bei ähnlich gelagerten Farbvarianten bestätigt. Es wäre zu wünschen, wenn diese Zusammenhänge bei der Bewertung berücksichtigt würden. |
Ein weiteres Merkmal der Rassigkeit der Nackthalshühner wird durch die Körperbefiederung mitbestimmt. Das Federkleid ist so angelegt, dass der Körper von außen voll bedeckt erscheint. |
Die Innenschenkel zeigen ein federfreies Dreieck, und das Brustbein ist durch zwei beiderseitig angelegte Federreihen nur knapp bedeckt. Bei einigen hochrassigen Zuchten ist das Brustbein schon so frei, dass der untere Bereich der Kropfpartie nicht mehr halbkreisförmig mit der Befiederung abschließt, sondern V-förmig weit in das Federkleid hineinragt. Diese überzogene Federfreiheit ist jedoch nicht erwünscht. Neben den groben Fehlern, die im Standard festgelegt sind, soll noch auf ein paar wichtige Merkmale hingewiesen werden: Gelbliche Haut oder gelbliche Fußsohlen sowie eine Befiederung der federfrei geforderten Körperteile sind rassefremd und müssen entsprechend zurücksetzend bewertet werden. Was den Zuchtstand der Nackthalshühner angeht, so gelten die Farbenschläge schwarz und blau-gesäumt als am besten durchgezüchtet. Ganz besonders stehen die Schwarzen schon viele Jahre auf hohem Niveau. Farblich gab es kaum Schwierigkeiten, zu stumpfe Farbe oder Tiere mit Blau-Violetteinlagerung im Lacküberzug gehören der Minderheit an. Mängel bestehen hin und wieder im Größenunterschied und in zu schwachen Tieren. |
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